Die amerikanische Kohlelobby mit geborgten Gesichtern
August 31, 2009 by kasi
Filed under Campaigning
Facesofcoal.org ist eine amerikanische Plattform, die für den Erhalt der Kohleindustrie kämpft. Faces steht für Federation for American Coal, Energy and Security und beschreibt sich wie folgt:
FACES (FACES of Coal) is an alliance of people from all walks of life who are joining forces to educate lawmakers and the general public about the importance of coal and coal mining to our local and national economies and to our nation’s energy security. In addition to keeping tens of thousands of people employed in good-paying jobs, coal is the lifeblood of our domestic energy supply, generating half the electricity consumed in the United States today.
Wie aber die Blogs Futerra und Grist hinweisen, scheint die Kampagne doch nicht auf allzuvielen Schultern kohleenthusiastischer Amerikaner und Amerikanerinnen zu liegen, denn die Fotos der Unterstützer sind fast alle aus einer kommerziellen Bilderdatenbank entnommen worden. Die Website gemacht wurde von der Lobby-Agentur Adfero in Washington.
Hier wird ein neuer Trend im US-Lobbyismus deutlich: Astroturfing. Die Energieunternehmen gehen mit ihren politischen Forderungen nicht mehr selbst in die Öffentlichkeit, sondern bedienen sich vorgeschobener NGOs, ohne aber die Herkunft der Gelder für die Unterstützung der NGO deutlich zu machen.
In Deutschland ist der Trend noch nicht angekommen. Das Informationszentrum Klimafreundliches Kohlekraftwerk eV sagt sehr deutlich, wer dahinter steht:
Das IZ Klima e.V. ist eine gemeinsame Kommunikationsplattform, der die Mitglieder Alstom Deutschland, Babcock Borsig Services, DB Energie, EnBW, E.ON, Hitachi Power Europe, RWE Power, Siemens Energy Sector, ThyssenKrupp Steel und Vattenfall Europe angehören.
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Von Nachterstedt zum RWE-Riesen
Juli 19, 2009 by kasi
Filed under Medien-Nachschau, Nachhall Texte
Der Verlust von Menschenleben ist immer tragisch, keine Frage. Und es ist eine besondere Tragik, wenn durch eine Naturkatastrophe wie Nachterstedt Menschen zu Schade kommen. Schließlich können die Einwohner von Nachterstedt nichts dafür, dass seit Jahrzehnten durch den Abbau von Kohle die um sie herum liegende Landschaft umgewandelt und durchlöchert wurde auf der Suche nach dem Rohstoff Kohle. Man könnte fast zynisch sagen: “Die Natur holt sich irgendwann alles zurück!”
Es ist natürlich richtig, wenn versucht wird, aus den alten Löchern des Braunkohletagebau wieder etwas zu machen, dass halbwegs an Natur erinnert, also Seenlandschaften zu gestalten und den Tourismus anzukurbeln. Dass diese Renaturierung aber nicht vollkommen der menschlichen Kontrolle unterliegt, sondern zu Katastrophen führen kann, sieht man in Nachterstedt.
Da kann man fast nur lachen, was der Energiekonzern RWE gerade an Greenwashing in die Kinos bringt. Einen netten kleinen Film über einen Riesen, der im ganzen Land Windräder, Gezeitenkrafträder, Wasserkraft verteilt und damit die Lichter anmacht.
Wie das Greenpeace-Magazin berichtet, sieht die Realität beim RWE-Konzern ganz anders aus:
Doch Windkraftanlagen, die in dem Film an erster Stelle präsentiert werden, besitzt der Stromkonzern hierzulande fast keine – mit 43 Megawatt Leistung machten sie laut einer Studie im Auftrag von Greenpeace im Jahr 2008 gerade 0,1 Prozent des RWE-Kraftwerksparks aus (im Bundesdurchschnitt trägt Windkraft bereits mit circa 7 Prozent zur Stromerzeugung bei). Investiert der sympathische Energieriese wenigstens so viel wie möglich in den Ausbau dieser klimaschonenden Energieart? Naja. Laut erwähnter Untersuchung fließen in den kommenden Jahren gerade mal schlappe 15 Prozent der gesamten RWE-Kraftwerksinvestitionen in erneuerbare Energien. Für neue klimaschädliche Kohlekraftwerke wird ein Vielfaches der Windkraft-Investitionen ausgegeben.
So ähnlich geht es weiter: Das Meeresströmungskraftwerk, das der Riese hier errichtet, existiert in der Realität bisher nur auf dem Reißbrett. Die Hochspannungsmasten von RWE, die gezeigt werden, gerieten vor ein paar Jahren in die Schlagzeilen, weil sie im Winter umknickten und zu einem Gutteil noch aus der Vorkriegszeit stammten. Und die Förderung von Braunkohle, aus der RWE den mit Abstand größten Teil seines hierzulande erzeugten Stroms gewinnt, wird in dem Filmchen in zehn kurzen Sekündchen gezeigt – doppelt so viel Zeit räumen die RWE-Werber der anschließenden Renaturierung der geschundenen Landschaft ein, symbolisiert durch das Ausrollen von Rollrasen durch den niedlichen Riesen.
Das Auslegen von Rollrasen hat mit Renaturierung leider reichlich wenig zu, wie uns Nachterstedt dieses Wochenende gezeigt hat. Eines hat das Greenpeace-Magazin in seinem Lügendetektor-Bericht sogar noch vergessen:
In den ersten fünf Sekunden des Films erhebt sich der mit Bäumen überwachsene Riese schläfrig in einer samten Bergwelt. Wer da zufällig daran denken muss, dass in den USA das sogenannte “Mountaintop Removal”, bei dem ganze Bergspitzen abgesprengt werden um an Kohle zu kommen, ein Revival feiert, der hat wohl zuviel hinter die Kulissen des netten Spots geguckt.
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Lügendetektor – RWE: Die Ries…
Juli 19, 2009 by laberena
Filed under Blogosphäre
Lügendetektor – RWE: Die Riesen-Märchenstunde vom guten Konzern..! Mehr unter http://shrunklink.com/ctej (via @greenpeacemag)
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Prima Klima | Sieg im Kreativ-Wettbewerb des BUND geht nach Wilhelmshaven
November 26, 2008 by laberena
Filed under Blogosphäre, News
Unter dem Titel “Prima Klima – ohne Kohlekraftwerke” lief bis vor wenigen Tagen ein Kreativwettbewerb des BUND. Während die Energieversorgungsunternehmen ihre PR mit Klimaschutz-Argumenten überstrapazieren, treiben sie gleichzeitig den Bau neuer Kohlekraftwerke voran. Der BUND kritisiert die Doppelzüngigkeit der Energiebranche und hatte aus diesem Grund dazu aufgerufen, “diesem Greenwashing einen kreativen Beitrag entgegen zu setzen.” Motto des Wettbewerbs: “Klima schützen heißt, keine neuen Kohlekraftwerke zu bauen!” Die User haben abgestimmt und schicken den ersten Preis nach Wilhelmshaven. Eine nette Aktion, die aber leider mit der Medienaufmerksamkeit des Kohlosaurus nicht mithalten konnte und vergleichsweise wenige Einsendungen erzielt hat.
Eine Übersicht des BUND über geplante und im Bau befindliche KKWs in Deutschland gibts hier.
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Greenpeace gegen Vattenfall-Greenwashing
November 4, 2008 by laberena
Filed under Campaigning, News
Anlässlich der jüngsten Episode der Greenwashing-Geschichte von Vattenfall hat Greenpeace jetzt eine neue Kampagne gestartet: “Mit Vattenfall ins Klimachaos.”
Ich frag mich, wieviel Aufstand und Aufschrei es noch geben muss, bevor Vattenfall merkt, dass gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen etwas mehr bedeutet als ein paar “nette” Aktionen.
Weitere Greenpeace-Infos zu Vattenfall findet Ihr unter: http://www.greenpeace.de/vattenfall
Links zu ähnlichen Aktionen von Greenpeace:
- Deine Stimme für die Lausitz
- Keine neuen Tagebaue
- Tschüß Vattenfall
- Zukunft statt Braunkohle
- Atomausstieg selber machen
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Energie für Engagierte | Von Grünwäschern?
Oktober 12, 2008 by laberena
Filed under Medien-Nachschau, News
Das schwedische Energieuternehmen Vattenfall hat sich wieder mal was Neues in Sachen “Klimaschutz” einfallen lassen. Nach der Klimaakademie hat Vattenfall jetzt eine neue Kampagne mit dem Titel “Verbraucher gegen den Klimawandel” gestartet. Zweck der Plattform sei, “Menschen zum Handeln [zu] ermutigen und ihren Einfluss als Staatsbürger und Konsumenten geltend zu machen, damit Politiker und Unternehmen die notwendigen Schritte gegen den Klimawandel einleiten.” Aha.
Wie wäre es denn, wenn Vattenfall selbst einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten würde statt sich in grünwaschenden Web 2.0-Spielereien zu versuchen und die Verantwortung an den Verbraucher weiterzuschieben?
Via Klimalügendetektor und Greenpeace News.
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Grüne Kampagne in Magenta – Die Antwort
August 19, 2008 by Joerg
Filed under Campaigning, News
Vor zwei Wochen machten wir das Motiv “Die saubersten Reisen sind die im Netz” der Deutschen Telekom im Rahmen ihrer Begleitkampagne zum Unternehmensumbau aufmerksam. Einige Fragen zur tatsächlichen Energiereduktion blieben offen und so sendeten wir René Obermann einen Brief. Bereits nach einer Woche steckte ein weißer Brief mit dem imprägnierten magentafarbenen Logo der Deutschen Telekom im Briefkasten. Darin bedankte sich Herr Obermann für den Brief und leitete ein Antwortschreiben von Herrn Dr. Ignacio Campino, dem Vorstandsbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, weiter. Read more
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Grüne Kampagne in Magenta
August 3, 2008 by Joerg
Filed under Campaigning
Mit dem Motiv “Die saubersten Reisen sind die im Netz” führt die Deutsche Telekom ihre Begleitkampagne zum Unternehmensumbau fort. Unter anderem in der Süddeutschen Zeitung warb das Telekommunikationsunternehmen mit einer ganzseitigen Anzeige.
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Die Horxsche Verwirrung: Green Business, CSR, Greenwashing, PR?
August 2, 2008 by laberena
Filed under Nachhall Texte
Bei Reset.to bin ich gerade auf eine Aussage von Zukunftsforscher Matthias Horx gestoßen, der meint, dass Green Business und die glaubwürdige Kommunikation unternehmerischen Engagements immer wichtiger werden.
An sich keine wirklich neue Erkenntnis. Interessant ist aber die Begründung des Zukunftsforschers für die steigende Bedeutung nachhaltiger Unternehmensprozesse:
“Der Spagat zwischen umsatzgetriebenen Unternehmenszielen und grünem Gewissen ist kein Selbstläufer. ‚Greenwashing’, die oberflächliche Grünfärbung eines Unternehmens oder einer Marke, wird dank globaler Vernetzung via Web 2.0 schnell als PR entlarvt.“
Die seltsame Gleichung, die Horx aufstellt (Greenwashing = PR) ist zwar knackig, aber ein bisschen zu einfach, um die Komplexität des Begriffs Greenwashing angemessen zu beschreiben. Als gelungene Beispiele unternehmerischen Engagements werden in dem Artikel u.a. die Deutsche Bank und Puma genannt, die ihre Unternehmenszentralen nach “grünen” Kriterien umbauen. Lobenswertes Engagement der beiden Unternehmen ja – aber eine grüne Firmenzentrale macht noch lange kein gewissenhaftes Unternehmen, Herr Horx.
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500.000 Euro von Persil
April 29, 2008 by kasi
Filed under Blogosphäre
Persil fragt im Persilblog nach, in welche gemeinnützigen Projekte die Leser 500.000 Euro stecken würden. Im Projekt Futurino werden z.B. Umweltbildungsmöglichkeiten für Kinder gefördert.
Was würde ich mit 500.000 Euro machen? Schwere Frage, ganz schön enormes Budget, von dem viele NGOs sicherlich nur träumen könnten. Und für viele NGOs ist wahrscheinlich die Frage des Greenwashing ein ganz heißes Thema, gerade wenn soviel Geld im Spiel ist.
Wahrscheinlich würde ich als erstes ein paar Nachhaltigkeitsblogger einladen, mal die gesamte Produktionskette von Persil kennenzulernen, von den chemischen Rohstoffen zu den Endprodukten über den Verkauf und Vertrieb und der Abbau von Rückstoffen im Abwasser in den Kläranlagen. Ziel wäre, die CSR-Berichte des Unternehmen etwas erlebbarer zu machen.
Dann würde ich Projekte fördern, die Alternativen zum herkömmlichen Waschmittel entwickeln, auch wenn das erstmal aus Sicht des Marketing kontraproduktiv klingt. Waschnüsse sind eine solche Sache. Persil könnte zum Beispiel jeder Packung ein paar Waschnüsse beilegen, um Waschpulver zu sparen.
Ich würde glaube ich auch versuchen, Green Chemistry stärker zu fördern, um Beispiel mit Workshops zu dem Thema an Universitäten und Fachhochschulen. Dabei könnte man gut Naturwissenschaftler und Gesellschaftswissenschafler zusammenbringen.
Wenn man das ganze an die Schulen bringen will, dann könnte man mit den Naturschutzverbänden Ökocamps für Stadtkids durchführen.
Oder man könnte dort ansetzen, wo Waschmittel verbraucht wird und die Leute Zeit verbringen und nichts zu tun haben: im Waschsalon. Im Durchschnitt sitzt man dort ja ca. 30 Minuten rum und wartet, dass die Trommel fertiggedreht hat. Dort eine witzige Kampagne zum Thema Öko-Waschmittel aufzuziehen, das wäre spannend.
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Talk to Dove before it’s too late.
April 23, 2008 by laberena
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Greenpeace hat eine neue Spoof-Kampagne gestartet. Es geht um Unilever, den Hersteller von Dove, “gespooft” wird die aktuelle “Campaign for Real Beauty” bzw. der Marketing-Schnickschnack um den Dove Self Esteem Fund (DSEF). Laut einem aktuellen Greenpeace-Bericht (“Burning up Borneo”) sind die Palmöl-Zulieferer Unilevers für die Zerstörung weiter Teile des indonesischen Regenwaldes und für das Aussterben bedrohter Arten verantwortlich. Read more
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Nachhaltigkeit und Greenwashing: Utopia fragt, Schaltegger antwortet
März 16, 2008 by laberena
Filed under Medien-Nachschau
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Auf Utopia.de ist mir heute ein Interview mit Prof. Dr. Schaltegger, Lehrstuhl für Nachhaltgkeitsmanagement am Center for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement und Greenwashing aufgefallen. Schaltegger geht dabei auf die unterschiedlichen Zwänge ein, denen unterschiedliche Branchen unterliegen. So spielt öffentlicher Druck genauso eine Rolle wie eine zunehmend “nachhaltige” Marktnachfrage oder Regulierungsdruck. Unternehmen, die in besonders sensiblen sozial-ökologischen Branchen operieren, weisen laut Schaltegger das größte Potenzial auf, sich durch strategisches Nachhaltigkeitsmanagement zu positionieren.
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ASA gegen Greenwashing
August 23, 2007 by laberena
Filed under Medien-Nachschau, Organisationen
Wie der Nachhaltigkeitsrat in seinem aktuellen Newsletter berichtet, versucht die britische Werbeaufsicht ASA (Advertising Standards Authority), dem zügellosen Greenwashing mehrerer Unternehmen (darunter Toyota, easyJet und VW) entgegenzuwirken, indem sie Anzeigen mit offensichtlich unrichtigen oder missverständlichen Aussagen verbieten lässt.
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