Wenn es im Kino kälter wird…

Wie macht man aufmerksam auf die Situation von Obdachlosen? In dem man Kinozuschauern die Heizung runterdreht und eine Decke mit Spendenbutton gibt:

Klirrende Kälte – und nur eine Decke, um sich vor den eisigen Temperaturen im Saal zu schützen. Damit hatten die 150 Besucher im Düsseldorfer UFA-Kino an diesem Dienstag überhaupt nicht gerechnet. Sie hatten sich auf einen gemütlichen Kinoabend mit Popcorn und Freunden eingestellt – auf dem Programm stand der Film “Life of Pi”.

Mit der aufsehenerregenden Aktion “Big Freeze” warb die Agentur Havas Worldwide um Spenden für die Düsseldorfer Obdachlosenhilfe-Organisation Fiftyfifty – unter dem Motto: “Wärmespender werden”.

Via W&V

Sehr viel heftiger ist aber noch der Film, der als Aufklärung gezeigt wurde – die Obdachlosen sagen mehr oder weniger unverblümt, dass die 8 Grad im Kino sogar noch relativ warm sind. Mir wurde beim Ansehen des Films auch richtig kalt.

Aktion von http://www.werde-waermespender.de/

Aktion von http://www.werde-waermespender.de/

Jedenfalls eine sehr gute Idee für die Aktion Werde-Waermespender. Auf witzige Weise werden auch QR-Codes eingesetzt. Muss ich mal die Kollegen von Sozialmarketing.de drauf aufmerksam machen.

Collaborative Consumption: Gemeinsam Wäsche waschen

Mareike Schönherr schreibt bei den Trendbloggern über eine franzöische Plattform, auf der Menschen mit dreckiger Wäsche andere Menschen mit ungenutzten Waschmaschinen finden können:

Ein Studentenquartett aus Lille hatte angesichts des akuten Waschsalon-Mangels in ihrer Stadt eine clevere Idee: Waschmaschinen-Sharing. La machine du voisin verbindet Waschmaschinenbesitzer und Menschen mit Schmutzwäschebergen. Einmal über den Facebook-Account eingeloggt, kann man nach nahegelegenen Waschmaschinen suchen. Das Profil eines Anbieters liefert genauere Informationen zur Waschmaschine, der Lage und eine Kalenderübersicht, um das Gerät zu reservieren. In meiner Umgebung hier in Lyon liegen die Preise für eine Waschladung im Schnitt bei drei Euro und damit leicht unter den gängigen Waschsalonpreisen. Das Teilen der Waschmaschine ist somit nicht nur eine Wohltat für das ohnehin schon belastete Portemonnaie, sondern bietet vielleicht auch die Möglichkeit, nette Bekanntschaften zu machen, während die Wäsche in der fremden Trommel ihre Kreise zieht.

Eine sehr gute Idee. Ob das jemand in Deutschland auch schon probiert hat?

Ein Aluminiummüllhaufen von der Größe des Eiffelturms – Nespresso

Philipp Weber hat einen sehr amüsanten Text über Nespresso geschrieben. Zwei kurze Auszüge:

Was kostet der Nespresso-Kaffee wirklich?

Ich frage den Verkäufer, was so eine Stange mit Kapseln kostet. „10 Kapseln ungefähr 3,50 Euro!“ Ich überschlage im Kopf: Das heißt also 35 Cent pro Stück. Bei circa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Das sind… Ich rufe begeistert aus: „Krass, das sind ja nur 60 Euro pro Kilo Kaffee!“ Er strahlt mich an. Ironie versteht er auch nicht.

Sind die Jungs irre? Für 60 Euro bekomme ich wilden, handverlesen Dschungel-Kaffee mit Öko-Premium-Siegel, der so fair gehandelt wurde, dass ein äthiopischer Kaffeesammler seine Kinder in Berlin Theaterwissenschaften studieren lassen kann.

Welchen Müllberg produziert er?

„Schon, aber laut eigenen Angaben von Nespresso werden derzeit 12300 Nespresso-Espressi pro Minute getrunken. Bei verarbeiteten 1,1 Gramm Aluminium pro Kapsel, kommt man damit auf 13,5 Kilo in der Minute, 811 Kilo in der Stunde und 19 Tonnen am Tag. Man schätzt jährlich entstehen durch Nespresso ca. 6000 Tonnen Metallabfall. Das entspricht einem Schrotthaufen, der entsteht, wenn man den Eifelturm zersägt!“ Er sieht mich fassungslos an. Rechnen ist offensichtlich ebenfalls nicht seine Stärke.

Sehr lesenswert!

BubbleTea und Nachhaltigkeit – wie ernst sind die CSR-Aktivitäten von McDonald’s zu nehmen?

Volker Eidems berichtet ausführlich über den Nachhaltigkeitsbericht von McDonald’s und untersucht die CSR-Aktivitäten des Unternehmens:

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen viel unternommen um aus der „Schmuddelecke“ zu kommen. So wurde etwa der Logo-Hintergrund in und an den Filialen von rot auf grün geändert, der stellvertretende Deutschland-Chef Holger Beeck erklärte diesen Schritt 2009 als „Bekenntnis zur und Respekt vor der Umwelt“. Wenige Wochen später stellte der Deutschland-Chef Bane Knezevic hingegen klar, McDonald’s sei „kein grünes Unternehmen“. Das Beispiel könnte den Schlingerkurs zwischen dem Ja zur Nachhaltigkeit einerseits und Expansion bei größtmöglichem Gewinn andererseits verdeutlichen.

Den Kontakt mit Kritikern suchen …

Der Ende Juni erschienene Nachhaltigkeitsbericht 2011 von McDonald’s nennt zahlreiche Bereiche, in denen sich das Unternehmen um nachhaltiges Wirtschaften bemüht. Hier werden Energiesparen und Nutzung erneuerbarer Quellen, Abfallmanagement, Gesundheit und Ernährung sowie das Bekenntnis zur Mitarbeiterverantwortung aufgelistet. Bei den Themen Energie und Abfall sind Erfolge zu erkennen, viele Produkte werden bereits in recycelten und/oder recyclebaren Verpackungen verkauft.

… aber die eigenen Kunden nicht ernst nehmen

Auch an anderer Stelle wiegt der Kundenwunsch nicht so schwer, etwa beim Verzicht auf Gentechnik. Höfler-Schwarz erklärt dazu: „McDonald’s Lieferanten sind angewiesen, nach Möglichkeit nur gentechnisch unveränderte Produkte und Zutaten zu verwenden. Bei Geflügel ist dies garantiert […]. Da wir bei Rind nur einen kleinen Anteil des Fleisches von Vertragslieferanten bekommen und sich in den meisten Fällen erst am Schlachthof entscheidet, ob das Rindfleisch für McDonald’s eingesetzt wird, können wir hier keinen direkten Einfluss auf die Art der Fütterung nehmen.“ Aber so schlimm findet McDonald’s Genfutter auch gar nicht: „Es gibt bis heute keine Studien, die genveränderte Eiweißbestandteile im Fleisch der Tiere, an die es verfüttert wurde, nachweisen können. So ist bis heute ein Einfluss dieses Futtermittels auf den Menschen nicht bestätigt worden“, teilt Höfler-Schwarz weiter mit, McDonald’s behalte aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Blick und wolle die Wünsche der Gäste berücksichtigen.

Der Artikel zeigt sehr deutlich, wie schwierig es für ein Unternehmen der Größe McDonald’s ist, in der globalen Nahrungsmittelindustrie sich verantwortlich zu verhalten und gleichzeitig wirtschaftlich effizient zu verhalten. Gerade in letzter Zeit ist McDonald’s durch den Verkauf von BubbleTea in die Kritik geraten. Ob die kalorienhaltigen süssen Getränke erst durch McDonald’s richtig im Markt platziert werden und dadurch zur Massenware wird, oder ob der Bubble-Tea-Trend auch ohne McDonald’s immer stärker geworden wäre, lässt sich nicht mehr klären. Klar ist aber, dass McDonald’s eine besondere Verantwortung hat, seine Kunden darüber aufzuklären, was sie dort konsumieren. Und eigentlich wäre es auch mal eine Überlegung, ob McDonald’s wirklich jeden Trend der Fastfood-Kultur umsetzen muss. Irgendwie passt Bubble-Tea nicht zum Image der Kaffeehaus-Kultur, die im McCafé so gelebt werden soll.

“Das Unternehmen muss dem Menschen dienen”

In der Franfurter Rundschau findet sich ein bemerkenswertes Interview mit Heinrich Deichmann zum Verhältnis des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern:

Seit gut zwei Jahren beschäftigen Sie keine Minijobber mehr. Was war der Grund dafür?

Die Minijobs entsprechen nicht mehr unseren Wertvorstellungen. Auch im Verkauf sollten unsere Mitarbeiter sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bekommen. Deshalb haben wir die Aushilfsstellen umgewandelt in Teilzeitkräfte. Außerdem bekommen die Kollegen so eine engere Bindung zum Unternehmen und arbeiten letztlich qualitativ besser.

Zahlen Sie Tariflöhne?

Ich bitte Sie. Unsere Löhne liegen sogar darüber und wir beteiligen die Mitarbeiter am Umsatz. Bei Hochzeit und Geburt eines Kindes gibt es eine Prämie. Wir haben eine Unterstützungskasse, um Kollegen in Not unkompliziert helfen zu können, und wir bieten eine kostenlose Gesundheitswoche an. Unsere Mitarbeiter sind uns äußerst wichtig. Wir haben die Werte, die uns wichtig sind, in einem Unternehmensleitbild zusammengefasst: Das Unternehmen muss dem Menschen dienen. Das bedeutet, dass wir bei unseren Mitarbeitern nicht nur auf die Leistung achten, sondern sie auch als Menschen, mit ihren Bedürfnissen, Sorgen und Nöten ernst nehmen.

Es gibt bei Ihnen einen 100-Prozent-Club. Was ist das?

Das sind unsere Verkaufsstellenleiter, die im Jahr zehn Prozent Umsatzplus oder mehr gemacht haben. Wer das schafft, wird Clubmitglied. Er bekommt eine Prämie und dann geht es mit allen Mitgliedern zusammen für ein Wochenende an einen schönen Ort. 2007 hatten wir 800 Club-Mitglieder. Da haben wir die Aida gechartert und sind drei Tage durch das Mittelmeer gefahren. Ein unvergessliches Erlebnis.

Ein Bonussystem, das den einen oder anderen Verkaufsstellenleiter verleiten könnte, für die Clubmitgliedschaft die hehren Unternehmensgrundsätze zu vergessen und zum Musterausbeuter zu werden.

Solche Dinge merken wir hoffentlich rechtzeitig. Außerdem haben wir unsere Betriebsräte.

Deichmann als CSR-Vorbild? Wahrscheinlich würden viele Konsumenten nicht daran denken, wenn sie an die Schuhmarke denken. Im Gegenteil – wie im Interview deutlich wird, hat Deichmann das Image eines Schuh-Aldis. Dass dies nicht gerechtfertig ist, zeigt auch eine Analyse von Fastexposure zum Umgang von Deichmann auch mit kritischen Themen – dort wird Deichmann in wesentlichen Fragen als CSR-Heavyweight definiert.

Ein dort zitierter Artikel auf utopia.de lässt den Pressesprecher zu Wort kommen:

Das Unternehmen Deichmann informiert von sich aus eher verhalten über seine Wirtschaftsweise – was von Pressesprecher Effing bedauert wird: „Ich sage auch manchmal, wir müssen mit unserem Engagement stärker an die Öffentlichkeit – aber dann denke ich wieder, all die Nachhaltigkeitsberichte der anderen, wozu soviel bedrucktes Papier, wir machen einfach, ohne das an die große Glocke zu hängen.“

Eine solche Unternehmenskommunikation stellt in Frage, ob man aktiv seine CSR-Aktivitäten vertreten sollte oder sich lieber auf passive Berichterstattung in den Medien verlassen sollte. Bei Deichmann scheint letzteres auszureichen.

Verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung? Mit den Grünen auf Spurensuche

Verpflichtende Nachhaltigkeitsberichte: Die Grünen wollen endlich mehr Leben in die Debatte bringen (Makrodepecher / pixelio.de)

Im Mai 2011 hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag in den Bundestag eingebracht, mit dem soziale und ökologische Offen-legungspflichten für Unternehmen geregelt werden sollen. Faktisch bedeutet dies den Versuch, eine verpflichtende Nachhaltigkeits-berichterstattung in Deutschland zu etablieren – nicht nur für MNEs, sondern auch für KMUs einer relevanten Größe. Kaum ver-wunderlich, dass die Unternehmens-seite sich wenig begeistert (Login erforderlich) zeigt – steht sie doch für eine freiwillige Offenlegung nach dem Motto „Transparenz gerne, aber wir entscheiden, wer und wie“. Was ist vom Antrag der Grünen zu halten? Weiterlesen

Kein Pakt mit dem Panda: Sind Kooperationen mit der Wirtschaft ein Irrweg?

Kritik am WWF: Daran hat nicht nur der Panda zu kauen (Cornerstone / pixelio.de)

Hand aufs Herz: Wer wurde durch die kritische Berichterstattung über den WWF wirklich auf dem falschen Fuß erwischt (für den Offline-Leser siehe zudem DER SPIEGEL 22/26.05.2012)? Und wer hat sie nur mäßig erschüttert zur Kenntnis genommen? Jenseits dessen, ob jeder der Kritikpunkte am WWF berechtigt ist (was wohl nicht zutrifft), zeigt der Fall, dass auch NGOs schnell in die öffentliche Kritik geraten können. Während sich der WWF in geschliffenem PR-Deutsch an Detailfragen abarbeitet, gerät der Kern der Kritik aus dem Blickfeld. Weiterlesen

Müchener Honigabend war erfolgreich

header_stadtimkerIm Herbst hatten wir den Berliner Honigabend durchgeführt, zusammen mit Glas+Bild – ein tolles Erlebnis. Noch viel schöner ist es, dass jetzt in München der Stadtimker Daniel ebenfalls einen sehr erfolgreichen und gut besuchten Honig-Abend durchgeführt hat. Jetzt sind wir gespannt, wo der nächste Honigabend stattfindet.

Einladung zum Honig-Abend

Vanishing of the Bees

Vanishing of the Bees

Gemeinsam mit der Glas+Bild-Truppe laden die Nachhall-Texter ein zum Honig-Abend am 17. November. In den Räumen der Glas+Bild-Crew in der Stresemannstraße in Berlin-Kreuzberg zeigen wir den Film “Vanishing of the Bees” der Dokumentarfilmer George Langworthy und Maryam Henein.

“An essential documentary… If you like eating, see this film.”
(Channel 4)

Den thematischen Rahmen setzt der Berliner Imker Dr. Marc-Wilhelm Kohfink. Er wird Stadthonig aus verschiedenen Berliner Bezirken zum Probieren mitbringen und euch und uns unter anderem erklären, warum der Honig aus dem Prenzlberg anders schmeckt als der aus Tempelhof. Gegen den Durst servieren wir Honig-Bier. Falls ihr noch anderen Honig-Spezialitäten auf Lager habt, könnt ihr die natürlich sehr gerne mitbringen! Wir freuen uns auf einen honiglichen Abend mit euch!

Die Infos zum Honig-Abend in Kürze:
Wann: Mitttwoch, 17. November 2010, 19.00 Uhr
Wo: Glas+Bild, Stresemannstraße 23, Berlin-Kreuzberg
Eintritt: 5 Euro

Mehr Infos über Dr. Marc-Wilhelm Kohfink findet Ihr auf seiner Webseite, auf Twitter oder in diesem Interview.

Mehr Infos über den Film “Vanishing of the Bees”:
Honeybees have been mysteriously disappearing across the planet, literally vanishing from their hives. Known as Colony Collapse Disorder, this phenomenon has brought beekeepers to crisis in an industry responsible for producing apples, broccoli, watermelon, onions, cherries and a hundred other fruits and vegetables. Commercial honeybee operations pollinate crops that make up one out of every three bites of food on our tables.
Vanishing of the Bees follows commercial beekeepers David Hackenberg and Dave Mendes as they strive to keep their bees healthy and fulfill pollination contracts across the U.S. The film explores the struggles they face as the two friends plead their case on Capital Hill and travel across the Pacific Ocean in the quest to protect their honeybees.
Filming across the US, in Europe, Australia and Asia, this documentary examines the alarming disappearance of honeybees and the greater meaning it holds about the relationship between mankind and mother earth. As scientists puzzle over the cause, organic beekeepers indicate alternative reasons for this tragic loss. Conflicting options abound and after years of research, a definitive answer has not been found to this harrowing mystery.
USA 2009, Sprachen: en/dt/fr, http://www.vanishingbees.com/

“Hör nicht auf zu strampeln, ich will das Ende noch sehen”

Am Samstag, den 26.9.2009 findet im RAW-Tempel ein besonderes Kinoerlebnis statt: das Fahrradkino. Wie die Veranstalter erzählen, müssen die Zuschauer heftig in die Pedalen treten, um den Überraschungsfilm erstmal sehen zu können:

Fahrrad fahren klingt eigentlich ziemlich einfach, aber Strom auf dem Fahrrad zu produzieren ist nicht so leicht. Untrainierte GroßstädterInnen machen nach spätestens 5 Minuten schlapp. Damit wird spürbar, dass für die Herstellung von Strom schwer gearbeitet werden muss.

Fahrradkino_Logo

Allerdings hat das auch den Vorteil, dass wenn ein Film langweilig ist, man einfach die Beine lang macht und die Leinwand wird hell.

Die amerikanische Kohlelobby mit geborgten Gesichtern

Federation for American Coal, Energy and Security (FACES)_1251713538801Facesofcoal.org ist eine amerikanische Plattform, die für den Erhalt der Kohleindustrie kämpft. Faces steht für Federation for American Coal, Energy and Security und beschreibt sich wie folgt:

FACES (FACES of Coal) is an alliance of people from all walks of life who are joining forces to educate lawmakers and the general public about the importance of coal and coal mining to our local and national economies and to our nation’s energy security. In addition to keeping tens of thousands of people employed in good-paying jobs, coal is the lifeblood of our domestic energy supply, generating half the electricity consumed in the United States today.

Wie aber die Blogs Futerra und Grist hinweisen, scheint die Kampagne doch nicht auf allzuvielen Schultern kohleenthusiastischer Amerikaner und Amerikanerinnen zu liegen, denn die Fotos der Unterstützer sind fast alle aus einer kommerziellen Bilderdatenbank entnommen worden. Die Website gemacht wurde von der Lobby-Agentur Adfero in Washington.

Hier wird ein neuer Trend im US-Lobbyismus deutlich: Astroturfing. Die Energieunternehmen gehen mit ihren politischen Forderungen nicht mehr selbst in die Öffentlichkeit, sondern bedienen sich vorgeschobener NGOs, ohne aber die Herkunft der Gelder für die Unterstützung der NGO deutlich zu machen.

In Deutschland ist der Trend noch nicht angekommen. Das Informationszentrum Klimafreundliches Kohlekraftwerk eV sagt sehr deutlich, wer dahinter steht:

Das IZ Klima e.V. ist eine gemeinsame Kommunikationsplattform, der die Mitglieder Alstom Deutschland, Babcock Borsig Services, DB Energie, EnBW, E.ON, Hitachi Power Europe, RWE Power, Siemens Energy Sector, ThyssenKrupp Steel und Vattenfall Europe angehören.

Bionade im Sprudel-Strudel – Umsatz zu schlecht?

korkenfall_hochBionade-Chef Peter Kowalsky bedauert laut Spiegel Online die 30-prozentige Preiserhöhung der Biolimo. Die drastische Preiserhöhung – vor wenigen Monaten noch als logischer Schritt begründet (das Original müsse nun einmal das teuerste Produkt sein) – sei eine “mehrheitlich getroffene Entscheidung mit Rhönsprudel” gewesen, zitiert SpOn. Die Schindel-Gruppe, zu der u.a. RhönSprudel gehört, habe aufgrund finanzieller Engpässe auf die Erhöhung gedrängt.

Die damalige Preiserhöhung selbst hatte die First Mover in der Bionade-Anhängerschaft, die der Limo erst zu ihrem Erfolg verholfen hatten, verschreckt – wie u.a. die Diskussion hier bei Christoph zeigt.

Aber warum so plötzlich der Richtungswechsel? Was ist da los an der Rhön?

Anscheinend üben die Kreditgeber mächtig Druck auf die Schindler-Gruppe aus, die Limo-Anteile zu verkaufen. Und Kowalsky scheint erst jetzt zu bemerken, welchen Weg das Unternehmen eingeschlagen hat: “Es ist, als kreisten wir als Biene um unseren Dorfteich und genehmigten uns ab und an ein Schlückchen. Und plötzlich kommen Elefanten, hängen ihren Rüssel rein und fangen an zu saugen.” Kowalsky sieht sich von den so gar nicht LOHASigen Anteilseignern ausgesaugt und spuckt zurück: Kowalsky selbst hätte den Verbrauchern nicht derart “frontal in die Schnauze” gehauen.

Natürlich nicht.

Die Bionade wirbelt derzeit ordentlich im Sprudel-Strudel – mal sehen, wie viel Bionade jetzt wirklich “wert” ist.

Wie seht Ihr die Diskussion um Bionade? Kauft Ihr überhaupt noch Bionade? Ich für meinen Teil bin mittlerweile zu anderen Öko-Limos übergegangen – nicht zuletzt wegen der schlagartigen Preiserhöhung.

P.S.: (Die Gerüchteküche um den Eigentümerwechsel von Bionade brodelt übrigens schon seit einiger Zeit)

Nachhaltiger Wassersport: Per Kajak den Wannsee erkunden

EntenfamilietrifftKajeckenWen die Sonnenstunden in den nächsten Wochen raus aufs Gewässer rund um Berlin ziehen, der sollte mal bei berlin-outside.de am Wannsee vorbeischaun. In Rad- und Laufnähe des S-Bahnhof Wannsee gelegen, bietet das Team um Wolfgang Glaubitz neben Touren und Kursen für unterschiedlich erfahrene Wassersportler auch Kajaks zur (Halb-)Tagesmiete an: Für 25 Euro kann man im 2er-Kajak rund vier Stunden quer über den Wannsee paddeln, die ausladenden Gartenanlagen der umliegenden Anwesen bestaunen oder zwischendurch an den kleinen Buchten “parken” und verschnaufen.
Ein (noch) Geheimtipp für nachhaltigen Wassersport in und um Berlin!

Die Millenium Development Goals in Russland

mdgsinrussiaEin Freund von mir, Aleksey Fedorov, nahm vor kurzem am Ford Motor Company Global Scholars Programme am Washington Center for Internships and Academic Seminars teil. Im Rahmen dieses Seminars entstand dieses sehr schöne Video, das auf einfache Art die MDGs erklärt. Der besondere Fokus liegt auf HIV/AIDS in Russland, aber sehr sehenswert sind zum Beispiel auch die beiden Werbeeinblendungen, zum Beispiel zum Thema Rauchen im Treppenhaus mit Aleksey als Drogendealer und einer großen Haschtüte.

Beteiligte: Jennifer Cecil, Rose Marks, Stanislav Latyshevskiy, Aleksey Fedorov