Grünen beamen sich in die Staatskanzlei
September 28, 2008 by kasi
Filed under Medien-Nachschau, News
Mit einer ungewöhnlichen Wahlkampfaktion haben die Grünen den bayerischen Landtagswahlkampf abgeschlossen: sie beamten ein Plakat an die Wand der bayerischen Staatskanzlei, dass die CSU-Politiker Beckstein und Huber zeigt, aber den Spruch trägt “Geht mit Gott. Aber geht. Zeit wird’s.”
Auch wenn leistungsstarke Beamer sicherlich einiges an Energie fressen, so war die Guerilla-Aktion (die wie auf dem Foto zu sehen ist, mit der Polizei abgesprochen war) sicherlich wesentlich nachhaltiger als das energieintensive Drucken, Verteilen und Kleben von Postern.
Wie der Stern berichtet, greift auch die SPD zu subversiven Wahlkampfmethoden in der Kino-Werbung:
Sekundenlang wird ein Bild von CSU-Chef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein eingeblendet. Eigentlich ein nettes Bild. Beide lächeln. “Was sind denn das für hässliche Zahnreihen?”, lästert eine Frau. “Wollen die mir jetzt den ganzen Abend versauen”, ärgert sich ein anderer. Schließlich verschwindet das Bild. Ein Schriftzug erscheint: “Sie können das übrigens auch abschalten.” Dann folgt das Logo der Bayern-SPD. Dutzende Zuschauer lachen erleichtert und klatschen.
Beiden Werbeaktionen haben die Gemeinsamkeit, dass sie fast gar nichts zu den Zielen der Grünen bzw. der SPD aussagen, sondern nur die negative Grundstimmung gegenüber der CSU ausnutzen. Bedeutet dies, dass Negative Campaigning langsam salonfähig wird? Werden wir auch bald (wie schon in den USA üblich) Fernsehspots sehen, die im verschwörerischen Unterton die Kandidaten der anderen Parteien schlecht machen?
Die Wikipedia definiert Negative Campaigning so:
Negative campaigning is trying to win an advantage by referring to negative aspects of an opponent or of a policy rather than emphasizing one’s own positive attributes or preferred policies.
Nach dieser Definition kann man die Aktionen der Grünen bzw. der SPD als “Negative Campaigning Light” bezeichnen. Aber kommt sowas bei den Wählern an? In einer Studie von Jürgen und Michaela Maier über zwei Spots von CDU und SPD, die im Bundestagswahlkampf 2005 liefen und sich deutlich negativ auf die andere , waren die Wirkungen auf die Zuschauer eher negativ:
Both spots received, on average, negative evaluations by a sample of German citizens who watched the ads in an experimental setting. In addition, real-time response measurement showed that negative feelings toward the spots occurred as long as the political opponent was being directly attacked.
Aber diese Spots hatten nicht den ironischen Unterton, den die SPD und die Grüne in Bezug auf die CSU gepflegt haben. Wir werden heute abend sehen, ob sich die Strategie ausgezahlt hat.
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Audiovisuelle Kommunikation Erneuerbarer Energien, Energie-Effizienz und Klimafolgen – Sommeruniversität in Chile

Der Klimawandel ist in der Mitte der Gesellschaft als Thema angekommen. Doch die Bilderwelt dazu ist klein: man kennt den Eisbären auf der kleinen Scholle, die schmelzenden Gletscher und die bedrohlichen Unwetter und Naturkatastrophen zumeist in fernen Ländern – vielleicht noch Al Gores Multimedia-Präsentation. Aber haben diese Bilder Gestaltungsmacht? Lösen sie Veränderungen aus?
In Berlin und Santiago de Chile findet die halbjährige Sommeruniversität statt, die sich die Verbreitung und Akzeptanz von Themen nachhaltiger Entwicklung, zur internationalen Verständigung über Wege des Klimaschutzes, dem Erhalt der Biodiversität, dem Strukturwandel in der Energiewirtschaft verschrieben hat und dazu die Kommunikationsformen des Web 2.0 beleuchten will. Read more
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So hätte Smart in Deutschland werben sollen: per grünen Graffiti das mit Hochdruckreinigern in den Strassendreck gesprüht wird. Die Holländer Greengraffiti haben sich darauf spezialisiert, mittels Schablonen, viel Wasser und ohne Farbe oder Klebstoffe originelle Werbebotschaften in den Asphalt bzw an die Wand zu sprühen.
Via Karmakonsum.
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Die Antwort der Nachhall-Texter auf die Herausforderung von Smart und Volkswagen.
“Kraftvoll, ausdauernd, immer einsatzbereit und klimaneutral!”
(C) Photo made by Phil Intallura with local models from Cambridge
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Guerilla-PR gegen die Atomlobby
Dezember 25, 2007 by kasi
Filed under Campaigning
Blinky ist ein kleiner, dreiäugiger Fisch, der in der Fernsehserie “Die Simpsons” auf nuklearen Abfall in Trinkwässern aufmerksam macht.
Seit einigen Tagen wird Blinky auch genutzt, um die großflächigen Plakate des Deutschen Atomforums zu verschönen. Diese Lobbyorganisation hat sich das Ziel gesetzt, für die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke zu kämpfen.
Klimawandel ist ein dankbares Thema für diese Kampagne, da immer wieder behauptet wird, dass Atomstrom klimaneutral ist, da bei der Produktion des Stroms kein Co2 erzeugt wird. Durch Bau- und Abriss der Kraftwerke, durch den Abbau von Uran und durch die Lagerung abgebrannter Brennstäbe wird allerdings auch Co2 erzeugt.
Das Atomforum hat deutschlandweit Anzeigen geschaltet, die Kernkraftwerke auf grünen Wiesen vor blauem Himmel zeigen und die Aufschrift “Klimaschützer der Woche” zeigen. Eine dazu eingerichtete Kampagnenwebseite soll diese Behauptung vertiefen.
Diese recht durchsichtige Argumentation wird allerdings von vielen kritisch gesehen – und daher hat die Kampagne auch den Worst EU Lobby Award 2007 für Greenwashing erhalten. Wer sich ein wenig mit Umweltschutz und Klimawandel beschäftigt, kann schnell herausfinden, dass bei Atomkraft verschiedene Vor- und Nachteile miteinander abgewogen werden müssen. Die unsicheren Aussichten bezüglich der Endlagerung und die zahlreichen möglichen Gefährdungen haben bei der Bevölkerung eher zu einer negativen Einstellung geführt.
Diese negative Einstellung machen sich die Aktivisten der Guerilla-PR-Kampagne zu nutze, indem sie sich wahrscheinlich nachts zu den Plakaten begeben und diese mit Blinky verzieren. Interessant ist, dass sich bisher keine Organisation zu der Kampagne bekannt hat. Kein Wunder, denn der Aufenthalt im Gleisbett der Berliner U-Bahnen ist wahrscheinlich nicht ungefährlich und wird sicherlich nicht gern gesehen.
Die Aktion verdeutlicht aber den Trend, dass Umweltschützer bzw. Klimaaktivisten bereit sind, für den Umweltschutz illegale Handlungen durchzuführen, die auf kreative Weise die Lobbyaktivitäten konterkariert und persifliert. Diese Formen der Guerilla-PR werden sogar noch übertroffen durch das Beschmutzen von Autos oder das Ablassen von Luft aus den Reifen von großen SUVs (siehe Welt-Artikel).
Via Klimawandel-Global, Lobbycontrol-Blog, Karsten Samaschke, Sprusko, Matt Wagner.
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Auch Strassen sind urbane Gärten
Jetzt wollen wir uns nicht lange zieren und auch einen Beitrag zu Retos Blog-Karneval zu den Urbanen Gärten beisteuern.
Auch Strassen können urbane Gärten sein, zumindest kann man damit die unschöneren Auswüchse von Werbetafeln verschönern. Der holländische Künstler Helmut Smit hat sich als Bauarbeiter verkleidet die großen Werbetafeln vorgenommen und heimlich Bäume davor gepflanzt – die mittlerweile recht ansehnlich gewachsen sind. Eine nette Art der Guerilla-Bepflanzung.

Via Guerrilla-Innovation, Houtlust.
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CO2-Ballon-Guerilla
April 25, 2007 by kasi
Filed under Campaigning

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