Adidas und Guerilla-Gardening

Guerrilla-Gardening gibt es immer wieder mal, zum Beispiel hatten wir hier schon mal darüber berichtet, wer mehr erfahren will, kann auf GuerillaGardening.org sich informieren. In der Blogosphäre wird auch fleißig darüber berichtet, zum Beispiel bei den Streeteditors oder bei Ecospace.

Treehugger und Karmakonsum berichten über eine neue Kampagne von Adidas, die mittels Guerilla-Gardening die neue Schuh-Kollektion bewerben wollen.

Kirsten Brodde ist skeptisch, ob das etwas bringt:

In Hamburg rotten in etlichen Stadtteilen die Pflanzecken, die Adidas werbewirksam vor der Präsentation ihren brandneuen Adidas grün-Kollektion im Alten Elbtunnel angelegt hatte. Okay, richtig lustig war, dass im Schanzenviertel schon fünf Minuten, nachdem die adidas-Crew weg war, alle Zitronen vom Baum gepflückt waren, aber wer kommt auch auf die Idee, Zitrusbäume, Palmen und Hortensien aus irgendeinem Blumenladen zu holen, ein bißchen Wasser drüber zu kippen und das dann für “Guerilla gardening” zu halten.

Karmakonsum fragt: „Ausverkauf subkultureller Praktiken? Oder völlig normal beim Übergang von einer Avantgarde in den Mainstream?“

Ich finde das grundsätzlich in Ordnung, wenn Firmen Subkulturen für ihre Werbung nutzen, aber gerade bei Guerilla-Gardening hat die Umsetzung der Kampagne mit der Subkultur wenig zu tun. Guerilla-Gardening lebt ja davon, dass sich Leute um ihre Stadt kümmern und die grauen Flecken dauerhaft besetzen. Adidas hätte lieber solche lokalen Gruppen sponsorn sollen, denn einfach nur ein paar Zitronenbäume hinzustellen ist sicherlich wenig nachhaltig. Durch solche Aktionen wird die Zielgruppe auch eher skeptisch, trotz aller CSR-Aktivitäten. Ich hätte mir den Grün-Turnschuh mal angeguckt, so aber ist bei mir genau der gegenteilige Effekt eingetreten.

One thought on “Adidas und Guerilla-Gardening

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