Von Nachterstedt zum RWE-Riesen

Juli 19, 2009 by kasi  
Filed under Medien-Nachschau, Nachhall Texte

rwerieseDer Verlust von Menschenleben ist immer tragisch, keine Frage. Und es ist eine besondere Tragik, wenn durch eine Naturkatastrophe wie Nachterstedt Menschen zu Schade kommen. Schließlich können die Einwohner von Nachterstedt nichts dafür, dass seit Jahrzehnten durch den Abbau von Kohle die um sie herum liegende Landschaft umgewandelt und durchlöchert wurde auf der Suche nach dem Rohstoff Kohle. Man könnte fast zynisch sagen: “Die Natur holt sich irgendwann alles zurück!”

Es ist natürlich richtig, wenn versucht wird, aus den alten Löchern des Braunkohletagebau wieder etwas zu machen, dass halbwegs an Natur erinnert, also Seenlandschaften zu gestalten und den Tourismus anzukurbeln. Dass diese Renaturierung aber nicht vollkommen der menschlichen Kontrolle unterliegt, sondern zu Katastrophen führen kann, sieht man in Nachterstedt.

luegendetektorDa kann man fast nur lachen, was der Energiekonzern RWE gerade an Greenwashing in die Kinos bringt. Einen netten kleinen Film über einen Riesen, der im ganzen Land Windräder, Gezeitenkrafträder, Wasserkraft verteilt und damit die Lichter anmacht.

Wie das Greenpeace-Magazin berichtet, sieht die Realität beim RWE-Konzern ganz anders aus:

Doch Windkraftanlagen, die in dem Film an erster Stelle präsentiert werden, besitzt der Stromkonzern hierzulande fast keine – mit 43 Megawatt Leistung machten sie laut einer Studie im Auftrag von Greenpeace im Jahr 2008 gerade 0,1 Prozent des RWE-Kraftwerksparks aus (im Bundesdurchschnitt trägt Windkraft bereits mit circa 7 Prozent zur Stromerzeugung bei). Investiert der sympathische Energieriese wenigstens so viel wie möglich in den Ausbau dieser klimaschonenden Energieart? Naja. Laut erwähnter Untersuchung fließen in den kommenden Jahren gerade mal schlappe 15 Prozent der gesamten RWE-Kraftwerksinvestitionen in erneuerbare Energien. Für neue klimaschädliche Kohlekraftwerke wird ein Vielfaches der Windkraft-Investitionen ausgegeben.

So ähnlich geht es weiter: Das Meeresströmungskraftwerk, das der Riese hier errichtet, existiert in der Realität bisher nur auf dem Reißbrett. Die Hochspannungsmasten von RWE, die gezeigt werden, gerieten vor ein paar Jahren in die Schlagzeilen, weil sie im Winter umknickten und zu einem Gutteil noch aus der Vorkriegszeit stammten. Und die Förderung von Braunkohle, aus der RWE den mit Abstand größten Teil seines hierzulande erzeugten Stroms gewinnt, wird in dem Filmchen in zehn kurzen Sekündchen gezeigt – doppelt so viel Zeit räumen die RWE-Werber der anschließenden Renaturierung der geschundenen Landschaft ein, symbolisiert durch das Ausrollen von Rollrasen durch den niedlichen Riesen.

Das Auslegen von Rollrasen hat mit Renaturierung leider reichlich wenig zu, wie uns Nachterstedt dieses Wochenende gezeigt hat. Eines hat das Greenpeace-Magazin in seinem Lügendetektor-Bericht sogar noch vergessen:

In den ersten fünf Sekunden des Films erhebt sich der mit Bäumen überwachsene Riese schläfrig in einer samten Bergwelt. Wer da zufällig daran denken muss, dass in den USA das sogenannte “Mountaintop Removal”, bei dem ganze Bergspitzen abgesprengt werden um an Kohle zu kommen, ein Revival feiert, der hat wohl zuviel hinter die Kulissen des netten Spots geguckt.


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Moveon.org – Clean Free Energy

Juli 12, 2009 by kasi  
Filed under Kunst

pu_sticker_fullMoveOn.org macht Druck auf die Obama-Regierung und den amerikanischen Kongress, die Förderung von sauberen Energietechnologien voranzutreiben, mit einem von Shepard Fairy gestalteten Aufkleber, der auch den berühmten Obama-Hope-Aufkleber gestaltet hatte. Schade, dass man die Aufkleber nicht in Deutschland bestellen kann.


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Praktikant für CSR bei N-Ergie

September 11, 2008 by kasi  
Filed under Jobs

In der Energiebranche ist Corporate Social Resonsibility ein heißes Thema. Das Nürnberger Energie-Unternehmen sucht einen Praktikanten oder eine Praktikantin, der/die “die verschiedenen bestehenden Verantwortungsthemen und Aktivitäten systematisch in einem Verantwortungskatalog erfassen und strukturieren” soll.

Bewerben können sich Studierende unterschiedliche Fachrichtungen, möglichst mit Bezug zum Thema Wirtschaftsethik/CSR.

Über die Bezahlung steht leider nichts in der Stellenanzeigen, wir hoffen, dass N-Ergie seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt und die Praktikanten angemessen entlohnt.


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Europäische Nachhaltigkeitsakademie

Mai 7, 2008 by kasi  
Filed under Konferenzen

Eine Europäische Nachhaltigkeitsakademie wird von Europäischen Akademie in Otzenhausen in Zusammenarbeit mit der ASKO EUROPA-STIFTUNG und dem Institut für Europäische Politik der Universität Trier durchgeführt. Aus der Seminarbeschreibung:

European Energy Policy and Climate Change
Political and Economic Aspects

Climate change is one of the greatest environmental, social and economic threats to the planet. The European Union and its Member States see themselves as being at the forefront of international efforts to combat climate change and have played a key role in the development of the Kyoto protocol. However, Kyoto is only a first step. Ambitious action is needed to reduce European carbon emissions and to promote an international agreement to reduce global emissions after 2012, when Kyoto‘s targets expire, in order to limit global warming to 2°C. The fight against climate change can be considered as the next big project for the EU.

The 1st European Sustainability Academy addresses the tightly related issues of European action against global warming, the transformation of European economies towards low carbon economies and energy security of the European Union and its Member States.

Die Europäische Nachhaltigkeitsakademie richtet sich an Graduierte, Doktoranden und junge Forscher im der Wirtschafts-, Europa- und Politikwissenschaften.


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Umweltschutz fürn Arsch

Dezember 17, 2007 by kasi  
Filed under Campaigning

greenpeace

Karma-Konsument Christoph macht sich über ein unangenehmenes Thema Gedanken: wie kann man Menschen für Klimawandel und Umweltschutz sensibiliseren, denen das ganze ziemlich egal ist, bzw. am Arsch vorbeigeht? Read more


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