Good Soaps – Seife ohne Palmöl

goodsoapsDie Schweizer Firma „Good Soaps“ vertreibt Reinigungsprodukte, die ausschließlich aus pflanzlichen Ölen, die in Westeuropa hergestellt werden, produziert sind:

Die für Tenside in Wasch- und Reinigungsmitteln verwendeten Öle stammen dabei zu 80% aus Erdöl und – im Falle von Reinigern auf pflanzlicher Basis – zu 20% aus tropischen Ölen, hauptsächlich Palmöl. Gemäss IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel) wird eine Anbaufläche von ca. 500 km2 benötigt, um den Bedarf an Palmöl für Wasch- und Reinigungsprodukten allein für Deutschland zu decken.

Tenside aus Erdöl stellen aufgrund der bekannten Auswirkungen auf das Klima, möglicher Havarien beim Transport, der Begrenztheit solcher Rohstoffe sowie der politischen Situation der Förderländer zunehmend eine ökologische, ökonomische und auch eine politische Herausforderung dar (Projektgruppe Nachwachsende Rohstoffe (2010: Aktionstag – FORUM WASCHEN vom 07.07.2010).

Zunehmend wird auch die Nachhaltigkeit von Tropenölen für Wasch- und Reinigungsmittel in Frage gestellt. Befürchtet wird, dass bei weiterhin steigender Nachfrage nach Palmöl wertvolle Tropenwälder in den Produktionsländern dem intensiven Anbau von Ölpalmen zum Opfer fallen. Um eine nachhaltige Produktion und Nutzung von Palmöl zu fördern, hat der Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO) Richtlinien verabschiedet, welche die Erfüllung sozialer und ökologischer Mindestbedingungen vorschreiben. Dieses System wird von NGOs und anderen Organisationen jedoch kontrovers diskutiert (WWF Deutschland (2007): Regenwald für Biodiesel? Ökologische Auswirkungen der energetischen Nutzung von Palmöl), da Zertifizierungssysteme die grundsätzlichen Probleme nicht lösen. Zusätzlich zu den genannten Herausforderungen in den Anbauregionen, wie bspw. Indonesien, den Philippinen und Malaysia, tragen die weiten Transportwege zu den Hauptabnehmermärkten in Europa und Nordamerika zu einer Erhöhung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre bei.

Im Interview mit München Querbeet beschreibt die Gründerin Dr. Regine Schneider die Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Produkts:

Es ist tatsächlich nicht einfach, Reiniger aus nachwachsenden Rohstoffen ©Foto: Dr. Regine Schneiderzu entwickeln und dabei auf tropische Öle wie bspw. Palmkernöl oder Kokosöl zu verzichten. Auf der einen Seite soll die gewohnte Reinigungsleistung erhalten bleiben, auf der anderen Seite müssen die Reinigungsmittel über eine gewisse Zeit stabil bleiben und zudem optisch ansprechend sein. Da es nichts vergleichbares auf dem Markt gibt, mussten wir komplett neue Rezepturen für unsere Reinigungsmittel entwickeln.

Leider gibt es keine Möglichkeit, die Reinigungsmittel online zu bestellen, aber in Hamburg bietet beispielsweise die Drogeriekette budni die Produkte an.

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