Prenzlberg ist nicht cool.

Ich habe heute einen sehr guten ZEIT-Artikel (Henning Sussebach: „Bionade-Biedermeier“, ZEIT-Magazin Leben 46/2007) über die selbstverliebten Pseudo-Alternativen aus Berlins ehemaligem Szene-Bezirk wieder entdeckt.

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Auf den Straßen ringsum parken zig Citroëns aus den Sechzigern und Vespas aus den Siebzigern, gefahren von Männern mit Günter-Netzer-Frisuren. Im Spielzeugladen Kinderstube wird gebrauchtes Spielzeug verkauft, Fisher-Price-Kipplaster aus den Achtzigern – für 69 Euro. Junge Eltern rekonstruieren ihre eigene Kindheit, als hätten Gegenwart und Zukunft nicht viel zu bieten. Manchmal wirkt das ein wenig ängstlich, oft wirkt es wie Westalgie im Osten. Die Läden, in denen diese Sehnsucht nach dem Gestern bedient wird, ob mit Nierentischen, Plattenspielern oder riesenrädrigen Kinderwagen, sind sehr teuer. Nur das „Du“ kriegt man hier immer noch umsonst: „Da kaufst du dir aber echt was Gutes, du.“

Die wahren LOHAS wohnen eh in Neukölln.

Danke an BAsT von BOKOROST für den Tipp und an das tazblog für das Bild!

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